Einweihung des Brunnen für die Naningo-Schule

Nach einem sehr anstrengenden Flug mit Zwischenlandung in Dohar und nicht enden wollenden zwölf Stunden Flugzeit, sind wir dann doch endlich in Nairobi gelandet. Obwohl es jetzt im Juni/Juli Winterzeit ist in Kenia, strahlte die Sonne und es war angenehm warm. Genauso strahlend war auch das lachende Gesicht unseres Freundes Jackson, der uns mit einem gemieteten Auto am Flughafen abholte.

Die Fahrt war mit fünf Personen und dazugehörigem Gepäck in einem normalen PKW nicht so bequem. Die Vorfreude jedoch auf Amboseli, auf die Schulkinder und natürlich auf den fertiggestellten Brunnen ließen uns wach bleiben. Die erste Rast machten wir in Emali, denn hier beginnt die neue Straße in Richtung Loitoktok – dem Weg in den Amboseli Nationalpark.

Auf dieser Reise, zur Übergabe des Brunnens an die Schule, werden wir von Frau Gitta Klopf begleitet, einem Mitglied unseres Vereins. Für sie ist es die 1. Reise in den Kontinent Afrika und wir sind sehr gespannt, wie es ihr gefallen wird oder vielleicht auch nicht? Doch schon bei unserer ersten Rast bemerkten wir, dass sich unsere Liebe zu Kenia übertragen wird. Gitta erwies sich in den darauffolgenden vierzehn Tagen als unkompliziert und ihre Aura ist passend für ein Abenteuer in Amboseli. Das Keniafieber wird sie genauso befallen, wie einst uns.

In Kimana haben wir uns in einer „Very Natural-Lodge“ eingemietet. Es ist schon dunkel bei unserer Ankunft, wir wollen nach mehr als dreizig Stunden nur noch schlafen. Alles andere regeln und erkunden wir morgen.

Den ersten Tag im Amboseli beginnen wir Tee trinkend und voller Begeisterung auf den Kilimandscharo schauend. Der Berg zeigt sich uns in seiner ganzen Pracht und Schönheit. Was wir zu dieser Zeit noch nicht wissen; unsere Lodge-Gastfamilie wird uns in dieser Zeit des Aufenthaltes sehr verwöhnen und uns ihre ganze Herzlichkeit entgegenbringen.

Heute wollen wir „unsere Familie“ und Freunde in Namelok begrüßen und am Sonntag gehen wir alle gemeinsam zur Kirche. Diese ersten beiden Tage sind der Beginn eines Urlaubes voller Abenteuer, Besuche und Kennenlernens, für unsere Arbeit wichtiger Menschen.

Dann am Sonntag ein großer Schreck; die Kirche gibt es nicht mehr, Sturm und Regen haben die traditionell erbaute Kirche zerstört. Der Gottesdienst findet deshalb unter freiem Himmel in der, bis jetzt, nur aus einigen Steinreihen bestehenden, zukünftigen Kirche statt.

Am Nachmittag mussten wir nun endlich den Brunnen sehen. Auf dem Weg dorthin wurden wir von vielen Kindern begleitet und von den dort in der Umgebung wohnenden Menschen begrüßt. Wir erzählten vom bevorstehenden großen Fest: die Brunnen-Übergabe mit der Segnung durch den Ältesten-Rat.

Dann..... da steht er, schöner und größer als wir es erhofft hatten. Es ist ein wunderschöner Platz, die Arbeiter und Helfer haben ihre Arbeit perfekt und zu unserer großen Zufriedenheit erledigt. Wir sind sehr glücklich, berührt und stolz. HolidayandHelp hat es geschafft: Die Schule hat jetzt Wasser.

In den darauffolgenden Tagen sind wir sehr beschäftigt mit Einkäufen für das Schulfest. Wir müssen genug zu Essen und Trinken besorgen, denn es werden viele Gäste zum Fest kommen. Klaus und Jackson kaufen drei Ziegen auf dem Massai-Markt, Gitta und ich besorgen den Reis und viel Gemüse. Die Hauptpersonen aber werden die Kinder sein und am Morgen des besagten Tages sind früh schon viele unterwegs. Kinder, Frauen und Männer sind damit beschäftigt, das Fest vorzubereiten. Große Töpfe und Schüsseln werden herbeigetragen, die Schule wird herausgeputzt, denn bis zum Nachmittag bleibt nicht viel Zeit alles zu erledigen.

Dann endlich geht es los. Alle kommen mit irgendeinem Gefäß, um Wasser aus dem Brunnen zu bekommen. Endlich müssen sie nicht mehr diesen langen Weg gehen, um Wasser für den täglichen Gebrauch zu holen. Das wird in Zukunft, so war unser Ziel, eine große Erleichterung sein. Und das allerwichtigste: es ist sauberes, frisches und gut schmeckendes Wasser.
Die Kinder haben gesungen, getanzt und viel gelacht. Auch viele Gebete wurden gesprochen, denn Gott ist eine ganz wichtige Person im Leben dieser Menschen.

Anschließend übergaben die Vorstände von "Holiday and Help" den Brunnen nun ganz offiziell an die Schulleitung. Wir mussten viele Hände schütteln und erst da bemerkten wir, wie viele Menschen gekommen waren, um mit uns zu feiern und uns ihren Dank auszudrücken.

Hier an dieser Stelle möchten wir uns bei allen Sponsoren, Unterstützern, Helfern und den Handwerkern vor Ort bedanken, denn ohne deren Hilfe wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen.

Der Platz, an dem dieser Brunnen jetzt steht und hoffentlich lange Zeit sauberes, gutes Trinkwasser gibt, bekam von "Holiday and Help" den Namen: „Malaika Sabrina“ (Engel Sabrina). Er ist einer jungen Frau aus Bad Königshofen gewidmet, die viel zu früh durch einen schrecklichen Autounfall verstorben ist. Sabrina hat mich Heidi Rehrmann immer ermutigt und bestärkt mein Ziel, Kindern in Afrika zu helfen, zu verwirklichen.

Dieser Weg ist nicht einfach, da wir alle Projekte selber und auf eigene Kosten vor Ort verhandeln, - vergeben und kontrollieren. Aber wir sind vollen Mutes, Ehrgeiz und Tatkraft, denn wir spüren, dass uns die Kinder auch weiterhin brauchen.

Viele schulpflichtige kleine Kinder können die Schule gar nicht besuchen, weil der Weg für die kleinen einfach zu weit ist oder die Eltern kein Geld für eine Schulspeisung aufbringen können. Andere Kinder müssen dann nach der vierten Klasse ihre Ausbildung abbrechen, weil jetzt das Schulgeld für die weiterführende Schule fehlt.

Deshalb sind wir als Hilfsorganisation seit unserer Gründung in 2004 gefordert, die dafür notwendendigen Gelder zu besorgen, um auch den Kindern in Afrika das Recht auf Schulbildung und eine gesicherte Zukunft zu ermöglichen.

Wenn ihnen unsere gemeinnützige Arbeit gefällt und sie uns auf welche Art auch immer unterstützen wollen, dann kommen sie doch einfach einmal bei uns vorbei oder rufen uns einfach mal an ....

Kwaheri und asante sana,
Heidi Rehrmann

>> Bilder zum vorgenannten Reisebericht

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