Schule in Namelok im Amboseli

Dieser Aufenthalt in Kenia war anders als die bisherigen. Ich wohnte und lebte lange Zeit bei meinen Freunden im Amboseli-Land und kam mit vielen neuen Erfahrungen und Eindrücken zurück.

27.02.09 Die Reise beginnt
Die Reise in dieses „Abenteuer“ startete mit Herzklopfen und Neugierde. Wie wird es sein, wie werde ich dort leben ohne Touristenkomfort?

 

Das Auschecken am Flughafen in Kenia dauerte dieses mal sehr lange, da die Computer wieder einmal ausfielen. Als ich dann endlich durch den Ausgang nach draußen gehen konnte, wurde ich sehr herzlich von den beiden Brüdern meiner Freunde aus Würzburg begrüßt, die mich abholten, um mich in das Massailand zu bringen.

 

Wir planten, dass wir einige Tage in Mombasa bleiben werden, um die notwendigen Vorbereitungen für meinen Aufenthalt in Namelok zu organisieren. Der wichtigste Punkt war ein gutes Auto zu finden, dass wir mieten können für die Fahrt und die Zeit in Amboseli. Ich muss mobil bleiben, denn die Suche nach einem geeigneten Grundstück für einen eventuellen Schulneubau wird viel Zeit in Anspruch nehmen.

 

6.3.09 Zwischenstopp in Voi
Endlich ist es soweit, ein Mietwagen ist gefunden und die große Reise nach Amboseli konnte beginnen. Wir haben die Strecke auf 2 Tagesreisen aufgeteilt und übernachteten am Abend in der Stadt Voi. Dort angekommen mussten wir dann nach einem geeigneten Schlafplatz für die Nacht suchen und den fanden wir dann auch in einem recht netten kleinen Hotel am Rande der Stadt. Am Abend saßen wir zusammen und haben original afrikanisch gegessen. Viel habe ich von Voi nicht gesehen, aber mein erster Eindruck war, dass es eine ruhige und moderne Stadt ist.

 

7.3.09 Auf dem Markt in Emali
Die Stadt Emali ist an diesem Tag unser nächstes Ziel. Meine Begleiter kennen diese Stadt sehr gut und so konnten sie mir viel zeigen und erklären. Das Auto wurde neu betankt und wir bummelten über den Markt mit seinen vielen bunten Farben. Man kann hier alles kaufen für das tägliche Leben, was man so braucht.
Für den CD-Player unseres Autos kauften wir afrikanische Musik und wir haben Mittagspause gemacht in einem Restaurant. Auf meine Frage: „Wo wird die nächste Station sein?“, die Antwort: „Isinet, das ist schon Amboseli, Heimat für die nächste Zeit“.

Die Fahrt von Voi bis Isinet (mit Pause) dauerte acht Stunden und dann endlich, deutlich zu sehen, das Haus meiner Freunde, wo ich die nächsten Wochen leben werde. Wunderschön in der Abendsonne liegend verbreitet es Ruhe und Geborgenheit. Laut hupend fahren wir darauf zu und die Familie kommt zur Begrüßung aus ihren Manyattas – wir sind todmüde, aber alle wollen reden, uns sehen, Tee trinken.

Um 24.00 Uhr gehen wir dann endlich schlafen – und was mich besonders berührt, Mama Margret spricht ein Nachtgebet und dankt Gott, dass wir gut angekommen sind. Dieses Ritual des Nachtgebetes gibt es jeden Abend in dieser sehr religiösen Familie.

 

8.3.09 Am Fuße des Kilimandscharo
Ein Sonntagmorgen wie aus dem Bilderbuch. Der Kilimandscharo zeigt sich wunderschön und prächtig und so klar, als wollte er sagen: „Welcome Heidi“. Wir sitzen draußen und trinken den Morgentee und ich konnte mich nicht genug sattsehen an diesem schönen Blick. Es ist nicht zu beschreiben was ich fühlte, es ist so als wäre ich nach Hause gekommen.

Der Sonntag beginnt mit dem Besuch des Gottesdienstes. Sie beten für mich, danken Gott dass ich endlich da bin und eine gute und sichere Reise hatte und auch eine glückliche Zeit hier haben soll. Am Nachmittag

besuche ich die Familie von Kupere und seiner Frau Nkiyetet, sie haben drei Kinder – Mpaayo, Kipampi und der kleine Nanyoo. Alle sind ganz zauberhaft, vor allem der Kleine, denn er ist erst vier Wochen alt.

 

9.3.09 Besuch der Schule Naningo
Heute besuche ich die kleine Schule „Naningo“ ganz in der Nähe. Die Lehrerin Frau Esther unterrichtet zur Zeit nur 25 Kinder. Vielmehr möchten gerne zur Schule gehen, aber es gibt keine Lehrer, da die Bezahlung nicht sehr gut ist und die Schule alt ist. Eine neue Schule ist dringend nötig, damit auch die Kinder, die jetzt einen langen Schulweg zurücklegen müssen, hier zur Schule gehen könnten.

Das ist auch der Wunsch vieler Eltern, mit denen ich gesprochen habe. Sie alle wären glücklich darüber, denn sie möchten ihren Kindern einen langen Schulweg ersparen, besonders in der Regenzeit, wo die Wege überschwemmt und gefährlich sind.

Ich verabrede mich für einen neuen Termin mit dem Vorsitzenden und Elternbeirat dieser Schule, um mehr zu erfahren und über die Probleme dieser Schule zu sprechen.

 

10.3.09 Besuch des Masaimarktes in Kimana
Überall ist Geschäftigkeit und emsiges Treiben und viel, viel Staub. Es wird verhandelt, gehandelt und gekauft und wie jeder, der sich mit Kenia beschäftigt weiß, Tiere sind ihr ganzer Stolz. Ich habe noch nie so viele Ziegen und Kühe auf einmal gesehen.

Am Abend gibt es einen kurzen aber heftigen Regen, viel zu wenig, das Land ist total ausgetrocknet. Alle Hirten sind mit ihren Tieren in Gebiete abgewandert, wo es noch Futter gibt. Sie sind weit weg von ihren Familien.

 

12.3.09 Ackerbau in Namelok
Gestern war Waschtag und Ausruhtag. Aber heute gehe ich mit Jackson nach Namelok über die Felder. Es ist ein langer Weg und ich bin sehr erstaunt über den ertragreichen Anbau und die Bewässerung der Äcker. Es ist gesunde Erde und das Gemüse wächst gut. Aber es ist harte Arbeit für wenig Geld.

 

13.3.09 Safari-Tag im Amboseli
Heute ist Safari-Tag in den Amboseli Nationalpark. Wir sehen viele Tiere und machen Mittagspause in der Ol Tukai Lodge. Nicht viele Besucher sind unterwegs und es ist still und erholsam. Wir haben auch endlich am Nachmittag den König der Tiere gesehen – die Löwen liegen satt und schlafend im Schatten und lassen sich durch die Touristen überhaupt nicht stören.

Am Abend fahren wir müde und erschöpft, aber mit vielen Bildern im Kopf und auf der Kamera zurück.

 

14.3.09 Familien-Tag
Heute ist Familientag und wir kochen und essen gemeinsam und sitzen im Schatten eines Akazienbaumes. Viele Besucher kommen, es ist eine große Familie, und wir plaudern über Deutschland, Kenia und über Sorgen und Probleme, wie sie jeder hat. Trotzdem sind die Menschen hier glücklich und zufrieden und sie alle geben mir das Gefühl „Welcome to Amboseli“.

Die Großmutter der Familie war zu Besuch für eine Woche und heute bringen wir sie zurück in ihr Haus. Sie schenkt mir ein Halsband zur Erinnerung an sie. Ich habe sie tief in mein Herz geschlossen. Sie ist schon alt, über 90, ob ich sie jemals wiedersehen werde?

 

16.3.09 Schulbesuch und Besprechung
Schulbesuch und Treffen mit Chairman und Elternbeirat und Lehrerin und natürlich den Kindern. Ich habe Geschenke dabei und natürlich sind die Luftballons der große Renner. Sie berichten über die Probleme der Schule und wie schon bei meinem Besuch letzte Woche wird über die Erweiterung der Schulklassen gesprochen. Platz für einen An-oder Neubau ist genug.

Auch ein Brunnen und Toiletten werden dringend benötigt. Sie alle bitten um Hilfe. Also ist unser Engagement von Holiday and Help gefragt, denn ohne uns werden sie dies nicht schaffen können.

Positiv fand ich, dass alle ihre körperliche Hilfe angeboten haben. Man sieht auch an dem Gebäude, das schon besteht, dass alle mit anpacken und ihr Bestes geben um ihre Kinder hier vor Ort in die Schule schicken zu können.

 

17.3.09 Stadt-Tag in Loitokitok
Wir sind heute in Loitokitok und der Kilimandscharo zeigt sich in seiner ganzen Schönheit und so nah. Wir gehen einkaufen und genießen diesen Tag heute, am Fuße dieses gigantischen mächtigen Berges. Wieder einmal in einer Stadt sein!

 

20.3.09 Mein kleiner Freund Mpaayo
Ich habe einen neuen Freund gefunden. Der 6-jährige Mpaayo verbringt jede freie Minute in meiner Nähe und möchte heute bei mir im Haus schlafen, obwohl ihm dieses doch so anders aussehende Haus etwas Angst macht. Aber er ist mein „kleiner Moran“ und muss ja auf mich aufpassen.

Er schläft tief und fest und sein Gesichtchen strahlt selbst im Schlaf noch überglücklich.

Ich begleite heute Mpaayo das letzte Mal zur Schule und sage „bye“. Am Nachmittag spiele ich mit den Kindern vor dem Haus. Am Abend sitzen wir alle draußen im Dunkel der Nacht und die Sterne sind zum Greifen nah und ich bin traurig, denn bald fahren wir zurück nach Mombasa, um den Heimflug vorzubereiten.

 

23.3.09 Dr. Paul und seine Tabletten
Wir mussten unseren Aufenthalt in Amboseli verlängern, weil ich krank wurde. Ich hatte starke Bauchprobleme und musste einen kenianischen Arzt aufsuchen, nachdem das Krankenhaus in Loitokitok mir nicht viel geholfen hat, und ehrlich gesagt auch nicht sehr vertrauenserweckend war.

Dr. Paul gab mir dann Tabletten und so konnten wir am 26.03. die Rückreise antreten.

25.3.09 Grace hat ein Baby!

Grace, eine Freundin, bekam am Tag vor unserer Abreise ihr Baby, schön, dass ich das noch erleben durfte. Es ist ihr zweites Kind und wir sind in tiefer Freundschaft miteinander verbunden. Herzlichen Glückwunsch den Eltern und alles Gute für Baby Glenn!

 

26.03.09 Die Reise geht zu Ende
Wir fahren die Strecke an einem Tag zurück. Das nächste Mal wird die Straße nach Loitokitok, die gerade gebaut wird, fertig sein, und erreichen den Vorort von Mombasa „Mariakani“ mit dem fast letzten Tropfen Benzin. Es ist schon spät und im Auto war die Anspannung zu spüren, reicht das Benzin?

Ja es hat gereicht und alle waren erleichtert, als wir die erste Tankstelle erreichten. Wir waren glücklich, denn mit leerem Tank irgendwo vor Mombasa liegen zu bleiben, mitten in der Nacht, wäre nicht so schön gewesen.

Die restlichen Tage bis zu unserem Heimflug verbrachten wir mit Freunden, am Strand spazieren gehen, wir sahen die Masai tanzen und mit Einkaufen gehen für Zuhause. Der Shop von Holiday and Help musste neu bestückt werden und es machte mir großen Spaß, neue schöne Sachen auszusuchen.

Leider konnte ich mit meinen Freunden aus Ukunda nur einen Tag verbringen, denn die Zeit ging so schnell vorbei. Aber ich hatte sie wenigstens gesehen und mich überzeugen können, dass es ihnen einigermaßen gut geht.

5.4.09 Koffer packen
Jetzt heißt es Koffer packen für den Heimflug und ich bin sehr traurig. Aber ich weiß, dass ich wiederkomme. Der gemeinnützige Verein Holiday and Help will helfen und ich hoffe sehr, dass sich viele Menschen finden, die unseren Verein unterstützen und ihr Engagement einbringen in die denke ich gute Sache: „Schule für Namelok"

Asante sana an alle meine Freunde in Amboseli und an diejenigen , die mir diese wunderschöne und erlebnisreiche Reise ermöglicht haben!

Kwaheri - eure Heidi Rehrmann

 

>> Bilder zum vorgenannten Reisebericht

 
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